*11* Dorfmühle

Datenschutz Erklärung

*11* Dorfmühle

Mühlen gehörten schon immer zu den Pfründen der Landesherren, waren sie doch eine sichere und quasi kostenlose Geldquelle für die man so gut wie nichts tun musste. Selten waren die Müller auch Eigentümer der Mühle, sie mussten eine hohe Mühlgült (Pachtzins) für deren Betreiben neben einem nicht unerheblichen Wasserfall (Steuer) zur Nutzung des Wassers bezahlen. Außerdem waren die Einwohner der nächsten Gemeinde verpflichtet nur hier und nirgends wo anders ihr Korn mahlen zu lassen. Wurde wer erwischt der dies wo anders oder für sich daheim machte, musste mit schwerster Bestrafung rechnen. Unter diesen Bedingungen konnte mit ruhigem Gewissen 1276 Gerudt von Dautenstein und Frau dem Kloster Lahr (Augustiner Konvent) ihre Mühle zue Sultz zu einem Seelgerät (jährliches Seelenamt auf ewig) schenken. Dies belegt dass der Flecken Sulz schon viel länger bestanden haben muss, denn ohne Bürger keine Mühle. Sultzewyler mit Mühle gehörte zum Kirchen- sprengel „Kloster Ettenheimmünster“ und war somit quasi Ausland. Deren Bürger durften weder nach Sultz in die Kirche noch in die dortige Mühle (die untere Mühle) um dort ihr Korn mahlen zu lassen oder umgekehrt die Bürger von Sultz ihr Korn nicht in der Sägemühle (die obere Mühle) mahlen lassen. 1687 in einem Bestandsbrief der Rastatter Regierung Erwähnung der unteren Mühle, als Schuldner und Lehensnehmer P. Heber, Müller von seiner Mühle unten im Dorf. 1732 Benedikt Kuonz der untere Müller verklagt den oberen Müller Jakob Wackher beim Oberamt Mahlberg weil er eine zweite Mühle baue, obwohl er schon eine Mahlmühle habe. Die Brüder Kammerer betreiben gemeinsam die Dorfmühle bis 1779 Christian Kammerer ein Gesuch zum Bau einer Reib- und Ölmühle (die spätere Dammenmühle) beim Oberamt Mahlberg stellt. 1838 Augustin Schäfer aus Reichenbach bei Gengenbach erwirbt .