*2* Altdorfer Kapelle

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*2* Altdorfer Kapelle

Der Name steht für die Sulzer, für die Altdorfer ist es die Helgenstöckle Kapelle. Unweit der Kapelle steht namensgebend ein Heiligenstöckle die im Volksmund als Helgenstöckle bekannt sind. Dessen Geschichte jedoch unbekannt ist. Erbaut wurde die Kapelle 1927. Der Anlass für den Bau soll der glimpflich ausgegangene Unfall eines Langholzfuhrwerks mit Pferdegespann gewesen sein. Das Unglück soll sich um 1800 ereignet haben. Die Sperrkette des Langholzfuhrwerks zerriss, die Pferde konnten das Gefährt nicht mehr halten und rasten um ihr Leben den abschüssigen Waldweg vor dem schweren Langholzwagen ins Tal. In seiner Not betete der Wagenlenker inbrünstig zur Muttergottes und erflehte ihren Schutz. Verzweifelt eilte er (Josef Singler soll er geheißen haben) ins Tal in Erwartung eines demolierten Langholzwagens, toter oder zumindest schwer verletzter Pferde. Zu seiner großen Freude fand er sein Fuhrwerk unversehrt und die Pferde grasend am Wegrand stehend vor. Zum Dank gelobte er eine Wallfahrt nach Einsiedeln, von wo er ein Gnadenbild der Mutter Gottes mitbrachte und 1852 am Ort seines Gelübdes an eine Tanne im Wald nagelte. Seine Enkel Albert und Josef Beck, um 1870 in Altdorf geboren, mussten schon in jungen Jahren für ihren Lebensunterhalt auswärts arbeiten. Während Albert als Kellner in einem Hotel in Karlsruhe arbeitete, zog es Josef in die Ferne, er wanderte nach Amerika aus. Als jahrelang keine Nachricht von ihm kam, musste sich Albert im Auftrag der Eltern 1899 auf die weite Reise machen um seinen Bruder zu suchen. Es gelang ihm, diesen in St. Louis (Missouri) ausfindig zu machen, wo er mit seiner Frau eine Farm bewirtschaftete. Albert gefiel der amerikanische Lebensstil und blieb in den USA. In Spokane, Washington fand er in einem Hotel, das ein deutschstämmiges Ehepaar betrieb eine Stelle als Kellner, heiratete eine deutsche Frau und erwarb später das Hotel. Der Tod der Ehefrauen beider Brüder und schwere Schicksalschläge ließen die Sehnsucht nach der Heimat wach werden. Als wohlhabende Männer kamen Josef 1914 und Albert 1925 nach Altdorf zurück. Als Dank für die glückliche Heimkehr und in Erinnerung an seinen Großvater ließ Albert eine Kapelle zu Ehren der Muttergottes erbauen, die am 15. August 1927 von Dekan Otto Bauer, einem gebürtigen Altdorfer, eingeweiht und das Gnadenbild in einer Glasvitrine aufgestellt wurde.