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Jubiläumsveranstaltung am Samstag,

18.01. 2020 in der Sulzberghalle

Sulz eröffnet mit einem Festbankett das Jubiläumsjahr

Badische Zeitung berichtet    Bild: Dieter Fleig  -  Bericht: Von Vera Döring

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"Wir sind das Dorf" – unter diesem Motto feiert Sulz in diesem Jahr sein 750-jähriges Bestehen.

Ein gelungenes Festbankett machte den Anfang.

Mit einem sehr gelungenen Festbankett eröffnete der Förderverein Sulz 2020 das Jubiläumsjahr im vollbesetzten Kulturteil der Sulzberghalle.

Wie Stadthistoriker Thorsten Mietzner in seiner Rede erwähnte, ist der Ort selbst zwar älter, jedoch wird er erstmals 1270 in einer Urkunde im Zusammenhang mit Aktivitäten des Bettelordens der Dominikaner erwähnt. "Lange Zeit berief man sich im Falle von Sulz auf eine Urkunde aus dem Jahr 1275, und wenn ich es mir recht überlege, stimmt wahrscheinlich die und wir verschieben die Feierlichkeiten jetzt einfach", sagte er schmunzelnd. Dem Stadthistoriker standen, entgegen der Absprache, nicht die vereinbarten technischen Mittel zur Verfügung und er musste kurzerhand improvisieren. Das meisterte er souverän. Mit dem Thema "Fälschungen im Mittelalter?" gelang ihm eine kurzweilige Unterhaltung. "Eigentlich denkt man doch, gerade im Mittelalter wäre die Oase der Wahrheit. Doch das Gegenteil ist der Fall", erzählte er. Gerade da wurde viel gefälscht, vor allem in Klöstern. "Mal bewusst, mal unbewusst", sagte Mietzner. Mal wurde auf Urkunden etwas hinzugefügt, mal weggelassen. "Es geht darum, Geschehenes zu rekonstruieren", sagte er, "und im Falle der Sulzer Urkunde gibt es keine Hinweise auf eine Fälschung. Zumindest bis jemand anderes einen Fehler entdeckt." Entertainer Hansy Vogt hatte die Eröffnung übernommen und erzählte, dass er beinahe Sulzer geworden wäre. Im "Heuboden" lernte er angeblich eine junge Sulzerin kennen. Aus der Waldstraße. Doch leider wurde nichts "aus einer heißen Liebe in der Kalte Gass". Kalte Gass ist der Sulzer Name für die Waldstraße. Einen Jungen, den er nach dem Weg fragte, gab als Antwort "Des sag ich nit!" Sei so eine Antwort typisch für Sulzer? Ortsvorsteher Rolf Mauch charakterisierte den Sulzer in seiner Rede mit einem Zitat von Walter Caroli "In Sulz ist man Bürgerin und Bürger von Lahr, aber im Herzen Sulzer". Mauch dankte den Organisatoren, die möglich machten, das Ereignis würdig zu begehen. Er erinnerte an die Gemeindereform von 1972 und die Eingemeindung von Sulz nach Lahr. "Sulz ist ein alter, aber jung gebliebener Stadtteil, die Geschichte unterscheidet sich nicht wesentlich, dennoch ist unser Ort für Sulzer etwas besonderes", so Mauch. Das Jubiläum bringe die Vergangenheit näher und erlaube, die Gegenwart zu würdigen. "Mit dem Jubiläumsjahr stärken wir das Gemeinschaftsgefühl. Das große ehrenamtliche Engagement spricht für sich", sagte der Ortsvorsteher. "Konnte schon herausgefunden werden, wer die Dame aus der Waldstraße ist?", fragte Oberbürgermeister und Schirmherr Markus Ibert zu Beginn seiner Rede und sorgte damit für Lacher. Er erzählte vom Gespräch mit Ortsvorsteher Rolf Mauch bei seinem Informationstermin. "Ganz oben auf der Liste, von dem was Sulz bewegt, war das Jubiläum", so Ibert. Das Jubiläum erfülle einen mehrfachen Zweck, zum einen die Beschäftigung mit der Vergangenheit als auch eine Verbundenheit mit dem Ort zu schaffen, Identität zu stiften. Er als Oberbürgermeister sei stolz, wenn er sehe, wie die Bürger das Fest begehen. Durch die Eingemeindung von Sulz habe sich nicht nur das Dorf verändert, auch Lahr habe sich verändert. Die Sulzer Geschichte sei ein Teil der Stadt Lahr, und wenn Sulz sich erinnere, dürfe Lahr daran teilhaben. "Als Vertreter der Stadt Lahr darf ich sagen: 2020 sind wir alle Sulzer". Auch Marion Gentges, Landtagsabgeordnete der CDU, richtete Grußworte an die Gäste. Sie lobte das ehrenamtliche Engagement in Kultur, Sport und Politik. "Wer Geburtstag hat, bekommt Geschenke", sagte Jürgen Binder, Vorsitzender des Fördervereins und dankte den Sponsoren. Von der Sparkasse Offenburg/Ortenau wurde durch Jutta Fässler und Klaus Bühler ein Scheck in Höhe von 15 000 Euro überreicht. "Frau Fässler wohnt auch in Sulz", verriet Binder. "Nein, nicht in der Waldstraße", antwortete sie lachend auf eine Frage aus dem Publikum. Hansy Vogt, der charmant durch den Abend führte und das Publikum zum Mitsingen und Schunkeln animierte, sagte am Schluss: "Ich glaube, die Dame war gar nicht aus der Waldstraße, es war der Rehwinkel!" Musikalisch wurde der Abend umrahmt durch den Männergesangverein Sulz und den Musikverein Sulz. Herausragend war das Solo auf dem Flügelhorn von Doreen Himmelsbach, die seit kurzem im großen Orchester spielt.

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Der Musikverein unter der Leitung von Sven Bitterer umrahmte die Jubiläumsveranstaltung “750 Jahre Sulz” mit gekonnten Darbietungen